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G7 – Abgesang für die USA, Requiem für Europa


Markus Gärtner

Weißwurst-Folklore oder knallharte Geopolitik? Die Mainstream-Medien servieren uns zu Wochenbeginn jede Menge Seichtes vom G7-Gipfel im bayerischen Schloss Elmau. N-tv beschwert sich, die Bayern hätten mit Brezeln, Bier und Blasmusik das Treffen gehijackt. Focus verrät, wie der lokale Bürgermeister Obamas Bier-Geheimnis ausplauderte. Und Spiegel Online beschwört die »Schlossgeister von Elmau«. Doch hinter den schweren Schlosstüren sind keine Ghostbuster am Werk. Es wird knallharte Politik gemacht. Diese treibt Europa tiefer in den Kalten Krieg mit Russland. Und sie schiebt Griechenland näher an das »Grexit«-Kliff.

 

 

 

Griechenland hat in den vergangenen Tagen zwei wichtige Verbündete verloren. Sie haben sich verabschiedet wie Skatspieler, die ihre Karten überreizt haben. Doch in Wirklichkeit sitzen Barack Obama und Jean-Claude Juncker mit unveränderter Präsenz am Tisch.

Obama unterstützt offiziell die Deutschen bei der Forderung, Athen solle strengere Reformpläne für das gewünschte Geld auf den Tisch legen. Als Gegenleistung hat der US-Präsident die Zusage der Europäer bekommen, dass die Sanktionen gegen Russland, die im vergangenen Jahr wegen des Ukraine-Konflikts verhängt wurden, schon jetzt bis Ende 2015 verlängert werden.

Eine Überprüfung dieser Sanktionen sollte eigentlich erst Ende Juni erfolgen.

Dank dieses Deals kann Berlin mehr Druck auf die Regierung in Athen ausüben, den Gläubigern noch weiter entgegenzukommen. Diesen Druck hat auch der zweite »Verbündete« der Griechen, Kommissions-Präsident Juncker, jetzt erhöht.

Bisher war Juncker kaum zu bremsen, wenn es darum ging, die Forderungen an Griechenland aufzuweichen, damit bald noch mehr Geld fließt und die EU eine stärkere Hand im Poker mit dem südeuropäischen Land bekommt.

Doch Juncker führte in Elmau mit seiner Pressekonferenz zu Gipfel-Beginn einen Paukenschlag. Der sichtlich verärgerte Brüsseler Apparatschik beschuldigte den griechischen Ministerpräsidenten Tsipras vor laufenden Kameras, im Parlament gelogen zu haben.

Tsipras habe, so Juncker, das jüngste Angebot der Gläubiger den Abgeordneten in Athen als nicht verhandelbar präsentiert. Das aber entspreche nicht der Wahrheit. Währenddessen wird die US-Regierung immer ungeduldiger, weil sie es nicht versteht, dass die Europäer mit Griechenland keine »Lösung« finden können.

Finanzminister Schäuble soll seinem US-Amtskollegen Jack Lew, als dieser auf mehr Hilfe für Athen drängte, frostig entgegnet haben, er solle doch selbst 50 Milliarden Euro überweisen, um das Land zu retten.

Von diesem Vorfall berichtet zumindest der Sender Mega TV in Athen. Außer beim britischen Guardian findet man den Vorfall im Mainstream-Blätterwald nirgends erwähnt. Er macht jedoch deutlich, wie angespannt die Beziehungen zwischen Berlin und Washington in diesem Punkt sind.

Und das hat einen guten Grund.

Die USA fürchten nach miserablen Konjunkturzahlen auch im zweiten Quartal einen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung. Das wäre eine Rezession. Die OECD hat Anfang Juni ihre nur drei Monate alte Wachstumsprognose für die USA im laufenden Jahr drastisch von 3,1 auf zwei Prozent gedrosselt.

Kommt zu der abgebremsten Weltwirtschaft und den vielen geopolitischen Brennpunkten im Nahen Osten, in Afrika und in Asien noch ein Grexit hinzu, könnte das berühmte Fass überlaufen. In den USA warnen bekannte Wirtschaftsexperten zunehmend vor einem erneuten Börsencrash.

Der Kuhhandel zwischen Washington und den Europäern über Griechenland und die Russland-Sanktionen macht deutlich, wie stark sich der Westen verrannt hat.

Für Griechenland gibt es schon lange keine einfache und »billige« Lösung mehr. Und Russland wird zunehmend in die Arme von Peking getrieben, was den Wandel zur neuen Weltordnung, inklusive einer Wachablösung der USA und des Dollars, beschleunigt. Ironisch kann man daher sagen, dass in Elmau Weltgeschichte gemacht wurde. Aber mehr im Sinne von Beschleunigung des Unvermeidbaren.

Und Europa hat wieder einmal die kollektive Unfähigkeit seiner Politiker-Kaste unter Beweis gestellt. Es sucht eine Zukunft nach dem Ukraine-Konflikt. Und will diese ohne Putin finden.

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Σχόλια (2)

  1. Τι σημαινει αυτη η φωτογραφια; Οτι οταν θα καιγετε ο πλανητης αυτοι θα χασκογελανε περιμενοντας τον να σβυσει καποια στιγμη.

    1. Όταν αυτά τα σκουλήκια που λέγονται ηγέτες αναδεικνύονται σε ρυθμιστές στις ζωές των ανθρώπων, με το απάνθρωπο σκεπτικό ότι τα 3 πέμπτα των ανθρώπων στον πλανήτη γη είναι βάρος και πρέπει να πεθάνουν, δεν φταίνε αυτοί, αλλά αυτοί που τους αναδεικνύουν σε αυτές τις θέσεις κλειδιά. Αντί να τους κάνουμε τροφή για τα ζώα τους κάνουμε ηγέτες!!!

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